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Lost Art-Datenbank - Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

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Bettelfrau mit Drehleier

Lost Art-ID
594225
Porzellansammlung Gustav von Klemperer, Dresden 1928, Tafel 48, Nr. 656
Manufaktur
Porzellanmanufaktur Meissen
Gründung
gegr. 1710
Titel
Bettelfrau mit Drehleier
Datierung
1736 (um)
Objektart
Kunsthandwerk / -gewerbe
Objektgruppe
Kunsthandwerk / -gewerbe
Material / Technik
Keramik (Porzellan)
Höhe
11,00 cm
Beschreibung
Verkleinerte Wiederholung der Figur vorher [Nr. 655; Bettelfrau mit Drehleier], mit einigen Änderungen an der Fußstellung, an der Kleidung und am Sockel. Der Rucksack und das Kind fehlen. Weiße Stirnbinde mit violetten Querstreifen, schwarze offene Jacke mit blauen Aufschlägen, rotes Mieder, gelber Rock, blaue Schürze und schwarze Schuhe. [...] Schwertermarke. Eingeritzt: 34. Modell von Kändler [...].
Sammlung
Porzellansammlung Gustav von Klemperer (1852-1926)
Provenienz
[…] bis Dezember 1926, Gustav von Klemperer (gest. 27.12.1926), Dresden [1]; 30.06.1927, Nachlassregelung, Nachlass zu gleichen Teilen an Victor, Herbert-Otto und Ralph-Leopold von Klemperer [2]; November 1938, Sicherstellung der Porzellansammlung in der Villa von Victor von Klemperer durch die Geheime Staatspolizei, Dresden [3]; Dezember 1938, Abtransport der Porzellansammlung aus der Villa von Victor von Klemperer, Tiergartenstraße 64, Dresden, in das „Johanneum“, Staatliche Porzellansammlung Dresden, Augustusstraße 1, Dresden [4]; November 1941, Verfall des Vermögens der Familie von Klemperer an das Deutsche Reich gemäß der 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz [5]; Januar 1943, unentgeltliche Übertragung der Sammlung von Klemperer an das Land Sachsen auf Grundlage eines Entscheids von Adolf Hitler [6]; 1943, kriegsbedingte Auslagerung aus der Staatlichen Porzellansammlung Dresden nach Schloss Rammenau in Sachsen [7]; 18.11.1943, Übergabe an den "Sonderauftrag Linz" [8].
Literatur / Quelle

Porzellansammlung Gustav von Klemperer, Dresden 1928, S. 177, Nr. 656;

[1] Anette Loesch, Das Schicksal der Porzellansammlung Gustav von Klemperers, in: Beiträge öffentlicher Einrichtungen der Bundesrepublik Deutschland zum Umgang mit Kulturgütern aus ehemaligem jüdischen Besitz, bearb. von Ulf Häder (= Veröffentlichungen der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste, Bd. 1), Magdeburg 2001, S. 56-77; Andreas Graul, Gustav und Victor von Klemperer. Eine biographische Skizze (= Publikationen der Eugen-Gutmann-Gesellschaft, Bd. 2), Leipzig 2005; Sabine Rudolph, Restitution von Kunstwerken aus jüdischem Besitz. Dingliche Herausgabeansprüche nach deutschem Recht (= Schriften zum Kulturgüterschutz / Cultural Property Studies), Berlin 2007; [2] Rudolph 2007, S. 41-47, hier S. 41; Amtsgericht Dresden, Nachlassakte Gustav von Klemperer, Einantwortungsurkunde des Zivilgerichts für Inner-Prag, 30.06.1927; [3] SächsStA-D, 11125 Ministerium des Kultus und öffentlichen Unterrichts, Nr. 18834/1, Bl. 1-2, Fritz Fichtner (Direktor der Porzellansammlung) an Ministerium für Volksbildung, 01.12.1938; [4] SächsStA-D, 11125 Ministerium des Kultus und öffentlichen Unterrichts, Nr. 18834/1, Bl. 5, (nachrichtlich) Fritz Fichtner, 02.12.1938, entspricht der Anlage zu Bl. 4, Fritz Fichtner an Ministerium für Volksbildung, 03.12.1938; [5] Rudolph 2007, S. 45; [6] SächsStA-D, 11125 Ministerium des Kultus und öffentlichen Unterrichts, Nr. 18834/2, Bl. 1, Reichsministers der Finanzen an Oberfinanzpräsident Dresden, 04.01.1943; ebd., Bl. 10, Oberfinanzpräsident Dresden an Reichsstatthalter Sachsen, 14.01.1943; [7] Archiv der Porzellansammlung, Verzeichnis der außerhalb von Dresden geborgenen Kunstwerke, unpag., ca. 1943. Wann genau die Porzellansammlung Gustav von Klemperer nach Rammenau ausgelagert wurde, ist unklar. Eine ungefähre zeitliche Einordnung erlauben u.a. die genannten Unterlagen; SächsStA-D, 11125 Ministerium des Kultus und öffentlichen Unterrichts, Nr. 18834/2, Bl. 13, (nachrichtlich) A. Richter (Oberregierungsrat, Sächsische Staatskanzlei) an Direktor der Porzellangalerie, 08.04.1943; ebd., Bl. 21, Fritz Fichtner an Sächsische Staatskanzlei, 30.04.1943; ebd., Bl. 48, Fritz Fichtner an Hermann Voss (Sonderbeauftragter für Linz), 25.08.1943; [8] Dieses Porzellan ist - folgt man den Quellen - zwar im November 1943 als „Dublette“ an den „Sonderauftrag Linz“ abgegeben worden, verließ jedoch vermutlich nie Sachsen; NARA A3389. Records Concerning the Central Collecting Points (""Ardelia Hall Collection""): Selected Microfilm Reproductions And Related Records, 1945-1949. ""Linz Film"". 14.3, Vols. 8a–11a, Bl. X 16 (entspricht: page 315, Externer Link letzter Abruf: 01.11.2019), hier Nr. 84-85, Fritz Fichtner an Hermann Voss, 19.11.1943. Die Diskussion um die Abgabe der – aus der Sicht der Staatlichen Porzellansammlung Dresden – vorhandenen „Dubletten“ aus der Porzellansammlung Gustav von Klemperer, die bereits kriegsbedingt ausgelagert wurde, hielt mehrere Monate an; SächsStA-D, 11125 Ministerium des Kultus und öffentlichen Unterrichts, Nr. 18834/2, Bl. 21, Fritz Fichtner (Direktor der Porzellansammlung) an Sächsische Staatskanzlei, 30.04.1943; ebd., Bl. 48, Fritz Fichtner an Hermann Voss (Sonderbeauftragter für Linz), 25.08.1943.

Katalog | catalogue: Externer Link

Veröffentlicht seit
12.02.2021
Kontakt
Kontaktanfragen richten Sie bitte an das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste.
Verlustumstand gemeldet als
NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut
Suchmeldung, Privatperson

Klemperer, Erbengemeinschaft

Permalink auf diese Seite
https://lostart.eu/de/Verlust/594225

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